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Sektoraler Heilpraktiker für Podologie

Sie sind Podologe und möchten Ihren beruflichen Horizont durch eine Ausbildung zum sektoralen Heilpraktiker für Podologie erweitern? Dann sind Sie hier richtig: Neben vielen Infos zur Ausbildung finden Sie in unserer Datenbank Heilpraktikerschulen, die den sektoralen Heilpraktiker für Podologen anbieten.

In manchen Bundesländern, wie zum Beispiel Sachsen, haben Podologen die Möglichkeit, eine sektorale Heilpraktikererlaubnis auf dem Gebiet der Podologie zu erhalten. Durch diese Erlaubnis ist es Podologen möglich, Patienten direkt zu behandeln ohne dass diese eine Überweisung vom Arzt benötigen. Mit der sektoralen Erlaubnis dürfen Sie eigenständig verordnen, sind nicht an den Arzt weisungsgebunden und dürfen darüber hinaus eigenständig Anamnesen erstellen.

Was sind weitere Vorteile des sektoralen Heilpraktikers?

Es gibt viele medizinische Indikationen am Fuß, die Spezialisten behandeln müssen. Die Ausbildung sektoraler Heilpraktiker für Podologie bringt Sie rechtlich auf die sichere Seite, alle diese Behandlungen auch ohne ärztliche Überweisung zu behandeln. Durch die sektorale Heilpraktikererlaubnis sind Sie außerdem von der Umsatzsteuer befreit. Patienten zahlen die Leistungen bei Ihnen aus eigener Tasche – die Rechnungen können Privatversicherte bei ihrer Versicherung einreichen. Nur wenige Krankenkassen übernehmen die Kosten anteilig, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

In Görlitz führte das zuständige Gesundheitsamt erstmals im Oktober 2017 eine solche Überprüfung durch. Auf die amtsärztliche Prüfung beim Gesundheitsamt bereiten verschiedene Heilpraktikerschulen alle Anwärter vor.

Aktuell gibt es nur eine handvoll Anbieter, die den Podologie-Heilpraktiker im Programm haben. Der Vorteil: Diese sind schnell miteinander verglichen.

Sektoraler Heilpraktiker für Podologie

Voraussetzungen

Folgende Voraussetzungen müssen Sie für den Erwerb der sektoralen Heilpraktikererlaubnis Podologie erfüllen:

  • Mindestalter von 25 Jahren
  • Mindestens Hauptschulabschluss oder gleichwertig
  • Ausbildungsnachweis Podologie
  • Vorlage eines ärztlichen Attests, das die physische und psychische Eignung zur Ausübung des Berufes bestätigt – das Attest darf bei Vorlage nicht älter als drei Monate sein
  • Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses ohne Eintrag – das Zeugnis darf bei Vorlage nicht älter als drei Monate sein
  • Bei ausländischen Anwärtern: Eine in Deutschland gültige Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung

Um wirklich sicher zu gehen, erkundigen Sie sich vorher noch einmal bei dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt, da es immer Abweichungen von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt geben kann.

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildungsinhalte der Heilpraktikerschulen richten sich in der Regel nach den Ansprüchen bzw. den Richtlinien der Gesundheitsämter. Schließlich ist es ein Anliegen der Anbieter, ihre „Schützlinge“ mit möglichst hoher Erfolgsquote durch die Überprüfung hin zur Erlaubnis zur Ausübung zu bringen. Nicht immer ist eine Prüfung beim Gesundheitsamt nötig, sondern die Abschlussprüfung wird im Rahmen der Ausbildung geschrieben. Die Inhalte sind dennoch ähnlich zu denen des Gesundheitsamtes.

Somit gehören zu den Ausbildungsinhalten:

  • Rechte und Gesetze
  • Grenzen der eingeschränkten Heilpraktikertätigkeit auf dem Gebiet der Podologie gegenüber „ganzheitlicher“ Heilpraktiker
  • Allgemeine Krankheitslehre und Differentialdiagnostik
  • Kenntnisse über Erkennung und Unterscheidung von Krankheiten
  • Kenntnisse über alle wichtigen Notfälle, die in einer Praxis auftauchen können
  • Warnhinweise für schwerwiegende Erkrankungen

Dauer

Jede Heilpraktikerschule und jeder Bildungsanbieter gestaltet die Ausbildung selbst und somit gibt es unterschiedlich lange Ausbildungszeiten. Damit Sie sich einen Eindruck verschaffen können, haben wir Ihnen beispielhaft einige Anbieter samt Ausbildungsdauer aufgelistet.

Anbieter

Dauer

RSA

9 Monate

Mehner & Busshardt

40 Unterrichtseinheiten in 4 bis 5 Tagen

Die Heilpraktiker Mentoren

5 Tage

Reinhard Schaub Heilpraktikerschule

6 Monate (56 Unterrichtsstunden verteilt auf sieben Seminare)

Europäische Akademie für Gesundheitsförderung

6 Tage/60 Unterrichtsstunden

Prüfung

Wie so oft gelten unterschiedliche Richtlinien, was die Prüfungen betrifft. Im Prinzip gilt das Motto: Alles kann, nichts muss.

Möglichkeit 1

Eine Möglichkeit besteht darin, dass keine amtsärztliche Prüfung beim Gesundheitsamt stattfindet, sondern die Gesundheitsämter nach Aktenlage entscheiden. Das heißt, es findet zwar eine Prüfung statt, aber im Rahmen der Ausbildung zum sektoralen Heilpraktiker für Podologie. Hat man diese Prüfung bestanden, reicht man den Nachweis über die absolvierte Nachqualifizierung sowie weitere benötigte Unterlagen beim zuständigen Gesundheitsamt ein. Dieses entscheidet dann anhand der nachgewiesenen Qualifikationen und Kompetenzen, ob der Anwärter die Erlaubnis erhält, beschränkt auf das Gebiet der Podologie heilpraktisch tätig zu sein.

Möglichkeit 2

Die zweite Möglichkeit ist die amtsärztliche Prüfung bei Gesundheitsamt, die je nach Bundesland und Gesundheitsamt vorkommen und variieren kann.

Auch dazu erkundigen Sie sich am besten bei für Sie zuständigen Gesundheitsamt oder beim Anbieter, wo Sie die Ausbildung zum sektoralen Heilpraktiker für Podologie absolvieren wollen.

Kosten

Klar: Wer sich weiterbilden möchte, zahlt erstmal drauf, doch die Investition lohnt sich, wenn Sie dadurch Ihrem großen Ziel ganz nah kommen. Wir haben beispielhafte Ausbildungsgebühren herausgesucht, um Ihnen einen groben Überblick über die Kosten zum sektoralen Heilpraktiker Podologie zu verschaffen.

Anbieter

Kosten

RSA

700 Euro (Studienbriefe online) 850 Euro (Studienbriefe gedruckt)

Mehner & Busshardt

549 Euro inkl. Abschlusstest

Die Heilpraktiker Mentoren

650 Euro

Reinhard Schaub Heilpraktikerschule

650 Euro

Europäische Akademie für Gesundheitsförderung

594 Euro inkl. Studienmaterial, Prüfung und Bescheinigungen

Bitte beachten Sie, dass zusätzlich zu den Kosten noch Anmeldegebühren oder Kosten für Lehrmaterial hinzukommen können. Wenn Sie in einem Bundesland sind, bei Sie eine Prüfung beim Gesundheitsamt ablegen müssen, kommen auch hier Extra-Kosten drauf.

Karriere & Gehalt

Die Podologie ist die Lehre vom Fuß und beschäftigt sich mit der medizinisch indizierten Fußbehandlung. Podologen behandeln die Füße präventiv, rehabilitiv und therapeutisch. Damit hat der Beruf wenig mit der kosmetischen Fußpflege zu tun, die sich um pflegerische und dekorative Behandlungen am gesunden Fuß kümmert.

Ein Podologe erkennt Veränderungen an den Füßen, an Haut und Nägeln, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen. Durch die staatliche Ausbildung dürfen Podologen zum Beispiel Diabetiker mit diabetischem Fußsyndrom behandeln, Warzen entfernen, eingewachsene Nägel behandeln, Hilfsmittel zur Druckentlastung anfertigen und vieles mehr.

Gleichzeitig sind sie so etwas wie ein Mittler zwischen Patient und Arzt, außerdem arbeiten sie eng mit Krankengymnasten und orthopädischen Schuhmachern zusammen.

Der sektorale Heilpraktiker für Podologie ermöglicht es Podologen, nun auch auf dem Gebiet der Podologie (ausschließlich!) heilpraktisch tätig zu werden. Patienten können nun ohne einen Umweg über den Arzt direkt bei Problemen zum Podologen gehen. Der sektorale Heilpraktiker für Podologie ist berechtigt, eigenständige Anamnesen vorzunehmen und die Behandlung und Therapieform vorzuschlagen – unabhängig von einer ärztlichen Überweisung.

Darüber hinaus zahlen sektorale Heilpraktiker für Podologie keine Umsatzsteuer und dürfen sich an den Gebührenordnung für Heilpraktiker orientieren – sie müssen es aber nicht. Von daher ist es schwierig, konkrete Angaben zum Gehalt zu machen, da Sie in Ihrer Praxis den Tarif selber bestimmen können. Auch die Auslastung spielt natürlich eine entscheidende Rolle.

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