Heilpraktiker mit medizinischen Vorkenntnissen

Möchten Sie Heilpraktiker werden und haben bereits medizinische Vorkenntnisse, weil Sie in der Gesundheitsbranche arbeiten? Dann gibt es speziell für Sie die Ausbildung Heilpraktiker mit medizinischen Vorkenntnissen – eine verkürzte Ausbildung, die Ihnen gute Berufsaussichten bietet.

Die Heilpraktiker Ausbildung für alle mit medizinischen Vorkenntnissen richtet sich an Therapeuten, Kranken- und Gesundheitspfleger, medizinische Fachangestellte, Osteopathen, Hebammen, Physio- und Ergotherapeuten, Masseure und andere Berufsgruppen, die durch ihre Ausbildung oder ihr Studium bereits medizinische Kenntnisse erworben haben. Wenn Sie aus einer dieser Berufsgruppen kommen und sich nun weiterentwickeln und weiterbilden wollen, in dem Sie eigenständig Menschen heilen und alternative Behandlungsmöglichkeiten anwenden, dann stellt die Ausbildung zum Heilpraktiker eine gute Möglichkeit dar.

Der Unterschied zu einer Ausbildung zum Heilpraktiker für alle ohne medizinische Kenntnisse liegt in der verkürzten Lehrgangszeit. Denn logischerweise können Sie die Lerneinheiten zum Thema Anatomie und Physiologie getrost vernachlässigen – Sie verfügen ja bereits über das nötige Wissen.

Somit werden Sie in Kompaktkursen, Intensivkursen oder wie auch immer die Schulen ihre Kurse benennen, bestens auf die Heilpraktikerprüfung beim Gesundheitsamt vorbereitet. Bestehen Sie die Prüfung, dürfen Sie als Heilpraktiker arbeiten und unabhängig von ärztlichen Überweisungen Patienten selbstständig diagnostizieren und behandeln.

Wenn Sie speziell nach solchen Ausbildungen suchen und medizinische Vorkenntnisse mitbringen, dann werfen Sie doch mal einen Blick in unsere folgenden Datenbank, in der es zahlreiche Angebote zu Heilpraktiker Ausbildungen mit medizinischen Vorkenntnissen gibt.

Alles, was Sie noch wissen müssen

Voraussetzungen

Da es bezüglich der Heilpraktiker Ausbildung keine gesetzliche Regelung gibt, bestimmen die Heilpraktikerschulen und Bildungsanbieter die formalen Voraussetzungen selber. Die hier genannten Voraussetzungen bilden einen Querschnitt von verschiedenen Schulen, die wir uns angesehen haben.

Formale Voraussetzungen

  • Medizinisches Hintergrundwissen: Kenntnisse in Anatomie und Physiologie
  • Abgeschlossene medizinische Berufsausbildung in einem medizinischen Assistenzberuf
  • Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses
  • Mindestens Realschulabschluss oder vergleichbarer Abschluss
  • Beachten Sie außerdem, dass Sie für die Heilpraktikerprüfung beim Gesundheitsamt gesonderte Voraussetzungen erfüllen müssen.

Persönliche Voraussetzungen

  • Feingefühl und Sensibilität
  • Interesse am Menschen
  • keine Berührungsängste bei Menschen und keine Berührungsängste bei Injektionen, Wunden oder bspw. Blutegeln
  • hohes Verantwortungsbewusstsein

Ausbildungsinhalte

Da die Ausbildung zum Heilpraktiker nicht staatlich geregelt ist, kann jede Heilpraktikerschule und jeder Bildungsanbieter selbst bestimmen, wie die Ausbildung inhaltlich gestaltet ist. In der Regel orientieren sich die Schulen an den Inhalten der Heilpraktikerprüfung, damit alle Heilpraktikeranwärter durch die Prüfung kommen. Zusätzlich sollten viel praktisches Wissen und Behandlungstechniken vermittelt werden, um umfassend und ganzheitlich auf den Heilpraktikerberuf vorzubereiten.

Wenn Sie in der Gesundheitsbranche arbeiten oder gearbeitet haben, besitzen Sie bereits ein breites Wissen, sodass Sie nicht bei null anfangen. Ihr Fachwissen aus den Bereichen Anatomie und Physiologie wird hinsichtlich der Heilpraktikerprüfung aufgefrischt oder ergänzt – je nach Heilpraktikerschule.

Typische Inhalte der Heilpraktiker Ausbildung mit medizinischen Vorkenntnissen :

  • Berufs- und Gesetzeskunde
  • Allgemeine und spezielle Krankheitslehre
  • Infektionskrankheiten
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Nervensystem
  • Mikrobiologie
  • Grundlagen der Psychologie und Psychiatrie
  • Anamnese
  • Differentialdiagnose
  • Untersuchungsmethoden 

Praxisseminare

Neben den theoretischen Inhalten gibt es auch Praxisseminare, die häufig am Wochenende stattfinden (und auch für alle Teilnehmer eines Fernstudiums wichtig sind). Zur praktischen Ausbildung können zum Beispiel Palpation, Anamnesetechnik, Lungendiagnostik, Injektionsübungen oder Reflexprüfungen gehören.

Dauer & Verlauf

Jede Heilpraktikerschule und jeder Bildungsanbieter kann selbst bestimmen, wie lange die Heilpraktiker Ausbildung mit medizinischen Kenntnissen dauert.

Beispiele für die Ausbildungsdauer:

Anbieter

Dauer

Heilpraktikerschule Ellinghaus

2 x pro Woche für 12 Monate

Thalamus

12 Monate

Fernakademie für Erwachsenenbildung

20 Monate

Pan Akademie

8 bis 12 Monate

Artemisa

19 Monate

Medius Rheinland

13 Monate

Heilpraktiker Campus

4 Monate

Häufig bieten die Heilpraktikerschulen an, zwischen Vormittags- und Abendkursen hin und her zu springen, um Ihnen neben dem Beruf die größtmögliche Flexibilität zu bieten. Ohnehin können Sie zwischen Fernlehrgang und berufsbegleitendem Präsenzlehrgang wählen. Viele Heilpraktikerschulen bieten verschiedene Zeitmodelle und Lehrgangsformen an.

Die Ausbildungen bereiten natürlich auch auf die amtsärztliche Prüfung beim Gesundheitsamt vor. Je nach Anbieter sind diese Kurse bereits in die Ausbildung integriert oder man kann zusätzlich Prüfungsvorbereitungskurse belegen.

Prüfung

Trotz der neuen Leitlinien gibt es noch kein einheitliches Prüfungsverfahren. Wie und ob geprüft wird, liegt bei den einzelnen Bundesländern. Somit gibt es zwei Varianten, die auch davon abhängen, in welchem Bundesland Sie sich die Erlaubnis holen bzw. wo Sie wohnen.

Sektoraler Heilpraktiker Physiotherapie ohne Prüfung beim Amtsarzt

In den meisten Bundesländern ist eine Anmeldung zur Prüfung beim Gesundheitsamt nicht nötig. Stattdessen genügt für den Antrag auf Erlaubnis der sektoralen Heilpraktikerzulassung im Bereich Physiotherapie der Nachweis über die erfolgreiche Prüfung an Ihrer Ausbildungsstätte. Zusätzlich werden Ihre Unterlagen geprüft, aus denen Erfahrungen und Kompetenzen hervorgehen. Sind diese ausreichend und aussagekräftig, erhalten Sie die Zulassung.

Amtsärztliche Überprüfung

In einigen wenigen Bundesländern ist nach wie vor die amtsärztliche Überprüfung beim Gesundheitsamt Standard.

Kosten

Ausbildungen bekommt man nicht geschenkt. Und bevor Sie die Heilpraktikererlaubnis bekommen, müssen Sie investieren. Am besten tun Sie das mit einer Ausbildung, statt sich in Eigenregie auf die Prüfung vorzubereiten. Wir haben Ihnen beispielhaft einige Ausbildungskosten herausgesucht. Die Liste ist natürlich nicht vollständig, verschafft aber zumindest einen realistischen Überblick.

Kosten Heilpraktiker Ausbildung mit medizinischen Vorkenntnissen:

Anbieter

Kosten

Heilpraktikerschule Ellinghaus

2.280 Euro + Kosten für weitere Seminare, zum Beispiel Injektionstechniken

Thalamus

2.640 Euro bis 3.000 Euro (je nach Standort)

Pan Akademie

2.899 Euro bis 3.043 Euro – je nach Rückzahlungsmodell

Artemisa

4.921 Euro

Medius Rheinland

2.834 Euro | Basisstudium + Prüfungsvorbereitung: 4.221 Euro

Heilpraktiker Campus

3.500 Euro

Bitte beachten Sie auch, dass zu den genannten Kosten weitere hinzukommen können, beispielsweise für Anmeldegebühren oder Lehrmaterial. Genaue Infos dazu finden Sie auf den Internetseiten der Heilpraktikerschulen Ihrer Wahl.

Auch die Prüfung beim Gesundheitsamt kostet Geld. Die Gebühren sind von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt anders und liegen zwischen 350 Euro und 700 Euro.

Karriere & Gehalt

Wenn Sie den großen Heilpraktiker machen – also am Ende die volle Heilerlaubnis erhalten, dürfen Sie Ihre Patienten ganzheitlich behandeln und körperliche und seelische Leiden kurieren. Dazu sind Sie nicht auf die Überweisung eines Arztes angewiesen, sondern Sie dürfen Ihre Patienten eigenständig untersuchen, eine Anamnese erstellen, diagnostizieren und die Therapieform bestimmen.

Da die Patienten die Leistungen selber bezahlen müssen – es sei denn, sie haben eine private Krankenversicherung oder eine Zusatzversicherung – sind Sie nicht an ein bestimmtes Budget oder Zeitdruck gebunden. Sie können sich ganz Ihren Patienten widmen und Ihnen mit naturheilkundlichen Verfahren helfen, gesund zu werden.

Gehalt

Was verdient man als Heilpraktiker? Die Frage nach dem Gehalt können wir nicht konkret beantworten. Das liegt daran, dass freie niedergelassene Heilpraktiker ihr Gehalt nach § 18 des Einkommensteuergesetzes selbst bestimmen dürfen. Zwar gibt es die sogenannte Gebührenordnung für Heilpraktiker aus dem Jahr 1985, an denen sich Heilpraktiker orientieren können, aber nicht müssen. Lediglich die Krankenkassen orientieren sich an den dort aufgeführten Honoraren, wenn es um die Rückerstattung an Patienten geht.

Neben diesem Fakt stellt sich auch die Frage, wie groß Ihr Patientenkreis ist und wie viel Sie zu tun haben. Vielleicht möchten Sie die Praxis auch nur zu bestimmten Zeiten führen, weil Sie noch einem anderen Beruf nachgehen?

Recherchiert man ein paar Zahlen, findet man Durchschnittsgehälter von etwa 2.200 Euro für Heilpraktiker. Doch anhand der verschiedenen Faktoren können Sie gesehen, dass nach oben und unten im Prinzip alles offen ist.

Mehr Infos zum Thema Gehalt finden Sie in unserem ausführlichen Artikel mit vielen Gehaltsangaben.

Heilpraktiker Verdienst

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