Tierheilpraktiker Ausbildung

Haben Sie ein Herz für Tiere? Haben Sie einen guten Zugang zu ihnen und möchten ihnen bei Krankheiten helfen? Eine Tierheilpraktiker Ausbildung kann Ihren Wunsch wahr machen und Sie können sich mit Hingabe um die lieben Vierbeiner kümmern. Das Wichtigste, was Sie zur Tierheilpraktiker Ausbildung wissen müssen, erfahren Sie bei uns.

Haustiere gehören seit Urzeiten zum täglichen Leben vieler Menschen dazu und das Wohlergehen der zwei- bis vierbeinigen Freunde ist den Besitzern ein Herzensanliegen. Schließlich gehören Hund, Katze, Maus, Pferd und Co. zur Familie. Wird ein Tier krank, soll es eine ebenso professionelle Behandlung erhalten, wie ein Mensch sie bekäme und immer mehr Tierbesitzer vertrauen auf das Können von Tierheilpraktikern.

Eines müssen wir allerdings direkt vorwegsagen: Weder die Tierheilpraktiker Ausbildung noch die Lerninhalte noch die Abschlussprüfung sind gesetzlich geregelt. Somit gibt es keine verbindlichen Standards, auf die wir uns hier beziehen können. Vielmehr wollen wir versuchen, mit diesem Artikel einen Überblick zu verschaffen und haben uns dazu die verschiedenen Ausbildungsangebote der Anbieter angesehen.

Wichtig: Auch wenn die Tierheilpraktiker Ausbildung nicht staatlich geregelt ist, orientieren sich die Lehrinhalte an den Empfehlungen der Kooperation deutscher Tierheilpraktiker-Verbände e.V. So ist ein Mindestanspruch gewährleistet, der auch allen Tierheilpraktiker-Anwärtern zeigt, dass sie bei einer seriösen Schule gelandet sind.

Um Ihnen die Suche zu erleichtern, listen wir Ihnen hier Heilpraktikerschulen, die den Tierheilpraktiker im Programm haben. So können Sie die Ausbildungen miteinander vergleichen, zum Beispiel indem Sie sich unverbindlich Infomaterial nach Hause bestellen.

Tierheilpraktiker Ausbildung:

Aus Liebe zum Tier

Voraussetzungen

Auch wenn die Ausbildung zum Tierheilpraktiker nicht geregelt ist, sollten Sie einige Voraussetzungen mitbringen. Je nach Bildungsanbieter können diese leicht variieren.

Formale Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre, manchmal Mindestalter 21 Jahre
  • Mittlere Reife / Realschulabschluss
  • Erfahrung im Umgang mit Tieren

Teilweise orientieren sich die Anbieter aber auch an den Zulassungsvoraussetzungen, die für die Zulassung zur amtsärztlichen humanmedizinischen Heilpraktikerprüfung beim Gesundheitsamt gelten.

Persönliche Voraussetzungen

  • Einfühlungsvermögen
  • Zugang zu Tieren und sicherer, angstfreier Umgang mit ihnen
  • Fähigkeit, das Leiden der tierischen Patienten zu ertragen
  • Keine Berührungsängste oder Ekel vor Wunden und Co.
  • Hand- und Fingergeschick
  • Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe
  • Kommunikationsfähigkeit (mit den Tierhaltern)
  • Bereitschaft zur regelmäßigen Fortbildung

Ausbildungsinhalte

Wie bereits einleitend erwähnt, gibt es keine gesetzlich geregelte Ausbildung zum Tierheilpraktiker, somit ist jede Ausbildung etwas anders ausgerichtet und es können am Ende die Kompetenzen und Fähigkeiten der Tierheilpraktiker tatsächlich variieren. Deswegen prüfen Sie genau, welche Heilpraktikerschule welche Inhalte anbietet, wie lange die Ausbildung dauert etc.

Das wird vermittelt

Während der Ausbildung zum Tierheilpraktiker werden Ihnen grundlegende Kenntnisse der klassischen Tiermedizin vermittelt und darüber hinaus werden Sie mit den wichtigsten Naturheilverfahren vertraut gemacht; zum Beispiel Akupunktur, Homöopathie oder Phytotherapie. Denn nur ein umfassendes und ganzheitliches Wissen macht Sie zu einem guten, verantwortungsvoll handelnden Tierheilpraktiker.

Damit Sie Wissen aus erster Hand vermittelt bekommen, handelt es sich bei den Dozenten und den betreuenden Mentoren um Personen aus der Praxis, also zum Beispiel um Fachtierärzte, Biologen und Apotheker.

Während der Präsenzzeiten dürfen Sie natürlich auch ganz praktisch mit Tieren arbeiten und anhand von ihnen lernen. Auch hier gilt wieder: Achten Sie darauf, wie viele Präsenzzeiten es gibt, vor allem wenn es sich um einen Fernlehrgang handelt.

Ausbildungsinhalte Tierheilpraktiker im Überblick

  • Histologie und Pathologie
  • Grundlagen der Veterinärmedizin
  • Anatomie (Hund, Katze, Pferd)

    • Herz und Kreislauf
    • Bewegungsapparat
    • Atmungsapparat
    • Verdauungsapparat
    • etc.

  • Grundlagen der Naturheilkunde
  • Therapieverfahren

  • Methoden der Anamnese
  • Injektionstechniken
  • Diagnostik
  • Hygiene
  • Gesetzeskunde
  • Grundwissen Praxiskunde

Dauer & Verlauf

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker wird hauptsächlich als Fernlehrgang angeboten, in einigen Fällen auch als berufsbegleitender Präsenzlehrgang. Die Dauer variiert bei den Anbietern, pendelt sich aber tendenziell bei zwischen 20 und 24 Monaten ein.

Beispiele für die Dauer:

Anbieter

Dauer

ATM Akademie für Tierheilkunde 

24 Monate

Impulse e.V.

24 Monate

SGD

20 Monate

RSA

12 bis 16 Monate

BTB

24 Monate

Keine Sorge: Für ausreichende Praxis sind neben dem Eigenstudium auch Präsenztermine eingeplant, bei denen Sie ganz praktisch randürfen.

Prüfung zum Tierheilpraktiker

Am Ende der Tierheilpraktiker Ausbildung findet die Prüfung statt. Je nach Anbieter kann diese unterschiedlich aufgebaut sein. Zum Beispiel kann die Prüfung aus den Teilen Multiple Choice, mündliche Prüfung und praktische Prüfung bestehen. Alle Teilprüfungen müssen bestanden werden.

Bestehen Sie diese, erhalten Sie ein Zertifikat des Bildungsanbieters oder ein Zertifikat der IHK. Dazu erkundigen Sie sich am besten bei den Bildungsanbietern Ihrer Wahl.

Kosten

Eine Ausbildung kostet Geld, ganz klar. Damit Sie sich einen Überblick verschaffen können, haben wir Ihnen einige Beispiele von Bildungsanbietern herausgesucht.

Bitte beachten Sie zwei Dinge: Wenn Sie selber Preise vergleichen möchten, dann kommt es immer mal wieder vor, dass Sie die Ausbildungskosten nur auf Nachfrage erhalten oder wenn Sie Infomaterial bestellen. Bitte beachten Sie außerdem, dass wir Ihnen hier lediglich die Ausbildungskosten nennen. Häufig kommen noch andere Kosten hinzu, zum Beispiel in Form von Einschreibegebühren, Übernachtungskosten oder Kosten für Fachliteratur.

Anbieter

Kosten

ATM Akademie für Tierheilkunde 

4.890 – 6.990 Euro

Impulse e.V.

1.872 Euro

RSA

2.099 – 3.799 Euro

Akademie für Tierheilkunde

4.399 – 4.999 Euro

Karriere & Gehalt

Tierheilpraktiker arbeiten zumeist selbstständig in ihrer eigenen Praxis oder im Einsatz bei Tierhaltern mit erkrankten Klein- oder Großtieren.

Als Tierheilpraktiker gehen Sie ähnlich vor wie ein Heilpraktiker bei Menschen: Das Tier wird im gesamtheitlichen Sinne erfasst. Das heißt, nicht die Erkrankung und die Behandlung von Symptomen steht im Vordergrund, sondern es gilt, die Ursachen des Leidens herauszufinden und sie zu beseitigen. "Sie gehen akuten und chronischen Krankheiten sowie Verhaltensstörungen von Tieren auf den Grund und therapieren diese mithilfe von Methoden, die die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung aktivieren sollen" (Quelle: Agentur für Arbeit).

Also lassen Sie sich zunächst alles vom Tierhalter über den tierischen Patienten erzählen, erfahren mehr über die Vor- bzw. Krankengeschichte, um sich dann selbst das Tier eingehend anzusehen. Sie erheben eine Diagnose und entwickeln dann therapeutische Ansätze, um das Tier von seinen Leiden zu befreien. Sie versorgen Wunden, entnehmen Blut, legen Infusionen, verabreichen Injektionen und behandeln sie mit naturheilkundlichen Methoden.

So vielfältig wie die Tiere sind, die Sie behandeln, so vielfältig und spannend sind auch die Aufgaben, die auf Sie zukommen:

  • Sie geben Ratschläge zur richtigen Tierhaltung.
  • Sie können in Tierheilpraxen arbeiten und dort mit Tieren aller Art arbeiten.
  • Sie können sich auf Nutztiere in der Landwirtschaft spezialisieren.
  • Sie können im Zoo arbeiten.
  • Sie arbeiten in der Tierfuttermittelherstellung.

Zu den Aufgaben des Tierheilpraktikers gehört es auch, seine Arbeit für die Akten zu dokumentieren und Abrechnungen zu erstellen.

Das dürfen Sie nicht

Tierheilpraktiker haben viele Möglichkeiten zur Behandlung, doch ihnen sind auch rechtliche Grenzen gesetzt. So besteht für sie zum Beispiel ein Behandlungsverbot für meldepflichtige Tierseuchen, sie dürfen nicht impfen oder chirurgische Eingriffe vornehmen und sie müssen sich an das Verschreibungsverbot für Betäubungsmittel und rezeptpflichtige Arzneimittel halten.

Die rechtlichen Grenzen ergeben sich aus den Arznei-, Tierseuchen- und Tierschutzgesetzen.

Wie viel verdient ein Tierheilpraktiker?

Wie viel Sie als Tierheilpraktiker verdienen werden, ist schwer zu sagen, denn das Gehalt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie arbeiten selbstständig. Da stellt sich die Frage, wie hoch Sie die Behandlungskosten ansetzen, wie viele Kunden Sie haben, wie groß die Konkurrenz in Ihrem Umfeld ist. Gibt es in Ihrer Umgebung überhaupt den Bedarf nach einem Tierheilpraktiker? Und zuletzt sind natürlich auch Ihre Kenntnisse, Erfahrungen und Qualifikationen entscheidend. Denn je mehr Erfahrungen Sie sammeln und haben, desto mehr Vertrauen wird Ihnen entgegengebracht.

Das Einstiegsgehalt für Tierheilpraktiker liegt bei etwa 1.500 Euro im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung und wachsendem Kundenstamm steigt auch das Gehalt, im Schnitt liegt es bei etwa 2.200 Euro.

Bitte beachten Sie, dass diese Angaben nicht verbindlich sind und das Gehalt am Ende eben von den verschiedenen Faktoren beeinflusst werden kann.

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